DeLonghi La Specialista: Alle Modelle und die Arte im Porträt
Die DeLonghi La Specialista ist die Baureihe von De’Longhi für Siebträgermaschinen mit eingebautem Kegelmahlwerk. 2026 verkauft De’Longhi in Deutschland fünf Modelle: Arte, Arte Evo, Touch, Opera und Maestro, die Prestigio ist ausgelaufen. Alle arbeiten mit Thermoblock und 51-mm-Siebträger, die Preise reichen von etwa 350 € für die Arte bis über 1.200 € für die Maestro.
Hier findest du eine Übersicht aller aktuellen Modelle und danach ein ausführliches Porträt der beliebten Arte und der fast baugleichen Arte Evo. Wenn du dich grundsätzlich für Maschinen mit eingebauter Mühle interessierst, hilft dir die Kaufberatung Siebträgermaschine mit Mahlwerk.
Welche La-Specialista-Modelle gibt es 2026?
Im deutschen Onlineshop von De’Longhi und bei großen Händlern wie Coolblue sind im Oktober 2026 die folgenden fünf Modelle gelistet. Die Prestigio (EC9355) taucht dort nicht mehr auf und ist nur noch gebraucht oder als Restposten zu finden. Als ihr Nachfolger gilt die Opera mit feinerer Mühle und Tamping-Hebel.
| Modell | Mahlstufen | Tampen | Milch | Cold Brew | Preisspanne |
|---|---|---|---|---|---|
| Arte (EC9155) | 15 (ältere Geräte: 8) | loser Tamper mit Dosiertrichter | manuelle Dampflanze | nein | etwa 350–450 € |
| Arte Evo (EC9255) | 15 (ältere Geräte: 8) | loser Tamper mit Dosiertrichter | manuelle Dampflanze | ja | etwa 400–520 € |
| Touch (EC9455) | 15 | loser Tamper mit Füllstandsmarkierung | Dampflanze mit Temperaturfühler, automatisch oder manuell | ja | etwa 560–620 € |
| Opera (EC9555) | 15 | eingebauter Tamping-Hebel | manuelle Dampflanze | ja | etwa 670–750 € |
| Maestro (EC9885) | 15 | eingebauter Tamping-Hebel | Milchbehälter (LatteCrema) plus manuelle Dampflanze | ja | etwa 1.200–1.300 € |
Arte und Arte Evo
Die Arte ist das Einstiegsmodell und taucht in den Bestsellerlisten großer Elektronikhändler regelmäßig weit oben auf. Die Arte Evo nutzt dieselbe Mühle, denselben Siebträger und dieselbe Dampflanze. Neu ist die „Cold Extraction“, mit der sie laut Hersteller in unter fünf Minuten einen Cold Brew zubereitet.
Touch
Die Touch hat einen 3,5-Zoll-Touchscreen mit Schritt-für-Schritt-Anleitung und eine Mühle mit 15 Stufen. Die Dampflanze misst über einen zweiten Stab die Milchtemperatur und schäumt auf Wunsch automatisch. Testit hat die Touch im Januar 2026 mit „gut“ (2,0) bewertet, kritisiert aber die automatische Milchfunktion, den fest verbauten Bohnenbehälter und den etwas hakeligen Mahlgradregler.
Opera
Die Opera ist das Modell für alle, die manuell arbeiten wollen, aber mehr Ausstattung als bei der Arte wollen. Sie hat 15 Mahlstufen, einen seitlichen Tamping-Hebel, ein Manometer und ein 3-Wege-Ventil, das den Druck nach dem Bezug ablässt. Laut Händlerangaben hat sie 1.550 Watt und einen 2-Liter-Tank.
Maestro
Die Maestro ist das Topmodell mit Tamping-Hebel, automatischem Milchsystem mit Milchbehälter, zusätzlicher manueller Dampflanze, 2,5-Liter-Tank und laut Coffeeness fünf Temperaturstufen. Sie wiegt laut De’Longhi knapp 19,5 kg. Für diesen Preis bekommst du auch eine Maschine mit separater Mühle.
La Specialista Arte und Arte Evo im Steckbrief
Die Werte stammen von De’Longhi und Händlern, Abweichungen sind vermerkt.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Modellnummern | Arte EC9155 (z. B. .MB, .W, .GR), Arte Evo EC9255 (.M, .T) |
| Bauart | Siebträgermaschine mit integrierter Mühle, Thermoblock-Heizung |
| Heizsystem | Thermoblock mit „Active Temperature Control“, keine PID-Anzeige |
| Brühtemperatur | drei Stufen, laut Hersteller rund 92, 94 und 96 °C |
| Mahlwerk | Kegelmahlwerk aus Edelstahl, 15 Mahlstufen (aktuelle Version EX:2, ältere Geräte 8), zeitgesteuerte Dosierung |
| Bohnenbehälter | rund 180 g, fest verbaut |
| Siebträger | 51 mm, Edelstahl, Siebe für 1 und 2 Tassen |
| Pumpe | 15 bar (Maximaldruck), mit Präinfusion |
| Leistung | 1.400 Watt |
| Wassertank | 1,7 Liter laut Hersteller, einige Händler nennen 1,5 Liter |
| Dampf und Heißwasser | Dampflanze „My LatteArt“, Heißwasser über Programm, Americano-Funktion |
| Zubehör | Tamper aus Metall, Dosier- und Tamping-Trichter, Tamping-Matte, Milchkännchen |
| Maße (B × T × H) | rund 28,5 × 36,5 × 40 cm |
| Gewicht | laut Händlern rund 13 kg |
| Preisspanne | Arte etwa 350–450 €, Arte Evo etwa 400–520 € |
Mit knapp 29 cm Breite ist die Arte etwas schmaler als die Sage Barista Express.
So funktioniert die Arte technisch
Thermoblock mit drei Temperaturstufen
Ein Thermoblock erhitzt das Wasser im Durchlauf, einen Kessel gibt es nicht. Die Maschine ist dadurch schnell bereit und braucht wenig Energie. Die Brühtemperatur wählst du in drei Stufen, die laut Hersteller rund 92, 94 und 96 °C am Thermoblock entsprechen. Für dunkle Röstungen nimmst du die niedrige, für helle die hohe Stufe.
Brühen und Dampf gehen nicht gleichzeitig. Laut De’Longhi entsteht beim Umschalten aber keine Wartezeit. Die Mühle arbeitet unabhängig, du kannst also mahlen, während du Milch schäumst.
Kegelmahlwerk mit 15 Stufen
Das Mahlwerk sitzt links oben unter dem Bohnenbehälter. Du stellst den Mahlgrad an einem Drehregler ein und die Menge an einem zweiten Regler, der die Mahlzeit bestimmt. Den Siebträger mit aufgesetztem Trichter hängst du in die Halterung, und die Mühle mahlt direkt hinein. Die aktuelle Version EX:2 hat 15 Stufen, ältere Geräte nur 8 mit entsprechend großen Sprüngen. Auch mit 15 Stufen ist die Einstellung gröber als bei einer separaten Espressomühle. Bohnenbehälter und Mahlwerk lassen sich nicht ohne Werkzeug abnehmen.
51-mm-Siebträger und Tamping-Station
Der Siebträger aus Edelstahl misst 51 mm. Das ist ein verbreitetes Maß bei De’Longhi, aber kleiner als die 54 mm von Sage und die 58 mm vieler klassischer Maschinen. Zum Lieferumfang gehört ein Dosier- und Tamping-Trichter, der Kleckern beim Mahlen verhindert und den Tamper beim Andrücken gerade führt. Laut De’Longhi liegen der Arte und der Arte Evo drucklose (einwandige) Siebe für eine und zwei Tassen bei.
Dampflanze und Cold Extraction
Die Dampflanze hat eine Düse mit einem Loch, ein Kugelgelenk und bleibt außen kühl, sodass Milchreste nicht festbrennen. Laut Tom’s Coffee Corner erhitzt sie 200 ml Milch in rund 45 bis 50 Sekunden und ist damit etwas schwächer als die Lanze der Sage Bambino Plus. Die Arte Evo ergänzt die Cold Extraction: Sie brüht mit Wasser bei Raumtemperatur und niedrigem Druck einen kalten Kaffee, der laut De’Longhi in unter fünf Minuten fertig ist.
Stärken und Schwächen
Was dafür spricht
- Günstiger Einstieg: Maschine und Mühle zusammen kosten weniger als die meisten getrennten Kombinationen.
- Drei Temperaturstufen, mit denen du auf die Röstung reagieren kannst.
- Schwerer Edelstahl-Siebträger, Metall-Tamper und Dosiertrichter, der das Arbeiten sauber hält.
- Dampflanze, die außen kühl bleibt und sich leicht reinigen lässt.
- Schnell einsatzbereit, kein Warten zwischen Espresso und Milchschaum.
- Bei der Arte Evo zusätzlich kalte Kaffeegetränke ohne lange Vorbereitung.
Was du wissen solltest
- Grobe Mühle: Gerade ältere Geräte mit 8 Stufen treffen die ideale Durchlaufzeit oft nicht genau, auch die 15 Stufen der aktuellen Version sind vergleichsweise grob. Für helle Röstungen gilt das Mahlwerk in mehreren Testberichten als zu schwach.
- Kaum Rückmeldung: Kein Manometer, keine Temperaturanzeige, kein Timer im Display. Zum Einstellen brauchst du eine Waage und eine Uhr.
- Schnelle Bezüge: Tom’s Coffee Corner beschreibt, dass die lange Präinfusion den Puck stark durchfeuchtet und Bezüge dadurch schneller laufen.
- 51-mm-Maß: Die Auswahl an Präzisionssieben, Tampern und Dosierringen ist kleiner als bei 54 oder 58 mm.
- Kein Upgrade-Pfad: Die Mühle lässt sich nicht ersetzen. Wer später eine separate Mühle kauft, hat die eingebaute trotzdem bezahlt.
- Keine Steuerung nach Gewicht: Die Bezugsmenge läuft nach Volumen, laut Bedienungsanleitung rund 35 ml für einen einfachen und 70 ml für einen doppelten Espresso. Für ein genaues Rezept stoppst du den Bezug am besten selbst mit Blick auf die Waage.
Für wen eignet sich die La Specialista Arte?
Die Arte passt zu dir, wenn du mit möglichst kleinem Budget in Siebträger-Espresso einsteigen willst, mittlere bis dunkle Röstungen trinkst und gern Cappuccino oder Flat White machst. Sie ist auch eine gute Wahl, wenn in der Küche nur Platz für ein Gerät ist und du keine Lust auf eine eigene Mühle hast. Die Arte Evo lohnt sich nur, wenn du die Cold Extraction wirklich nutzen willst.
Weniger geeignet ist sie, wenn du helle Röstungen magst, häufig die Bohnen wechselst oder genau an Mahlgrad und Temperatur feilen willst. Dann bist du mit der Opera, einer Sage-Maschine mit feinerer Mühle oder einer Kombination aus Maschine und separater Mühle besser bedient. Wie solche Kombinationen aussehen, zeigt die Kaufberatung Siebträgermaschine kaufen.
Alternativen zur La Specialista Arte
| Modell | Preisspanne | Bauart | Kernunterschied |
|---|---|---|---|
| Sage Barista Express Impress | etwa 550–700 € | Thermocoil, PID, 54 mm, integrierte Mühle | 25 Mahlstufen, Tamp-Hebel, Manometer |
| Ninja Luxe Café Pro | etwa 430–600 € | Thermoblock, 53 mm, integrierte Mühle | Waage, Mahlgrad-Empfehlung, automatisches Milchsystem |
| Sage Barista Pro | etwa 590–750 € | ThermoJet, PID, 54 mm, integrierte Mühle | 30 Mahlstufen, LCD-Display mit Timer, laut Hersteller in 3 s bereit |
| De’Longhi La Specialista Opera | etwa 670–750 € | Thermoblock, 51 mm, integrierte Mühle | 15 Mahlstufen, Tamping-Hebel, Manometer, 3-Wege-Ventil |
Sage Barista Express Impress: Sie kostet etwa 150 bis 250 € mehr, bietet aber eine Mühle mit 25 Stufen, PID-Regelung und ein Manometer. Der Tamp-Hebel presst mit festem Druck an.
Ninja Luxe Café Pro: Die Ninja wiegt das Kaffeemehl selbst ab, schlägt dir einen Mahlgrad vor und schäumt Milch automatisch. Sie ist bequemer, lässt dir aber noch weniger Eingriff. Mehr dazu im Porträt der Ninja Luxe Café Pro.
Sage Barista Pro: Mit 30 Stufen, ThermoJet und einem Display mit Bezugstimer ist sie die präziseste Maschine in diesem Vergleich. Details findest du im Porträt der Sage Barista Pro.
La Specialista Opera: Wenn dir das Bedienkonzept von De’Longhi gefällt, ist die Opera der logische Schritt nach oben. Tamping-Hebel, Manometer und 3-Wege-Ventil gleichen die wichtigsten Schwächen der Arte aus, der 51-mm-Siebträger bleibt.
Praxis-Tipps: Einstellung und Pflege
Der richtige Startpunkt
- Maschine einschalten, Siebträger eingesetzt lassen und einen Leerbezug machen, damit Brühgruppe und Siebträger warm sind.
- Frische Bohnen in mittlerer Röstung verwenden und den Mahlgrad als Start auf 4 bis 5 stellen. Diesen Bereich empfiehlt die Bedienungsanleitung für mittlere Röstungen.
- Die Dosis mit einer Espresso-Waage prüfen. Ins Doppelsieb passen laut Tom’s Coffee Corner rund 15 bis 17 g. Den Mengenregler so einstellen, dass die Menge stimmt.
- Mit Trichter tampen, gerade und fest andrücken, dann den Bezug starten.
- Auf ein Verhältnis von 1:2 in 25 bis 30 Sekunden zielen, aus 16 g Kaffee also rund 32 g Espresso. Die Tasse dafür auf die Waage stellen und den Bezug bei Bedarf von Hand beenden.
- Läuft der Espresso zu schnell, eine Stufe feiner mahlen oder die Dosis leicht erhöhen. Schmeckt er sauer, zusätzlich die nächsthöhere Temperaturstufe testen.
Wie Dosis, Verhältnis und Zeit zusammenhängen, erklärt der Beitrag Espresso einstellen. Wenn du den mitgelieferten Tamper ersetzen willst, brauchst du einen 51-mm-Tamper. Zubehör für Sage oder 58-mm-Maschinen passt nicht.
Pflege und Entkalken
Den Siebträger spülst du nach jedem Bezug aus, die Dampflanze wischst du nach dem Schäumen ab und lässt kurz Dampf ab. Den fest verbauten Bohnenbehälter solltest du regelmäßig leer mahlen und auswischen. Wenn die Maschine es anzeigt, entkalkst du mit dem Programm am Wahlrad und einem Entkalker, den De’Longhi für seine Maschinen freigibt. Wie oft das nötig ist, hängt von deiner Wasserhärte ab.
Fazit
Die La Specialista Arte ist der günstigste Weg zu einer Siebträgermaschine mit eingebauter Mühle von einem großen Hersteller, mit für den Preis gutem Siebträger, Tamper und Dampflanze. Die Schwachstelle ist die Mühle, die bei hellen Röstungen und genauem Einstellen an Grenzen stößt. Wenn du mehr Kontrolle willst, schau dir die Opera oder die Sage-Modelle mit feinerer Mühle an.
Häufige Fragen
Welche La Specialista ist die beste?
Für manuelle Zubereitung gilt die Opera mit 15 Mahlstufen, Manometer und Tamping-Hebel als ausgewogenstes Modell. Für den günstigen Einstieg ist die Arte die beste Wahl. Die Touch passt zu dir, wenn du dich am Touchscreen führen lassen willst.
Was ist der Unterschied zwischen Arte und Arte Evo?
Beide haben dieselbe Mühle (aktuell 15 Stufen), denselben 51-mm-Siebträger und dieselbe Dampflanze. Die Arte Evo kann zusätzlich kalt extrahieren (Cold Brew in unter fünf Minuten laut Hersteller) und hat einen Drehregler für die Getränkewahl. Sie kostet meist etwa 50 bis 70 € mehr.
Wird die La Specialista Prestigio noch verkauft?
Im deutschen Onlineshop von De’Longhi ist die Prestigio nicht mehr gelistet, bei Händlern findest du sie höchstens noch als Restposten oder gebraucht. Ihre Rolle übernimmt die Opera mit feinerer Mühle, 3-Wege-Ventil und Cold-Brew-Funktion.
Welche Siebträgergröße hat die La Specialista?
Alle aktuellen La-Specialista-Modelle nutzen einen 51-mm-Siebträger. Passende Tamper, Siebe und Dosierringe musst du in dieser Größe kaufen. Zubehör für 54 mm (Sage) oder 58 mm passt nicht.
Ist die La Specialista ein Kaffeevollautomat?
Nein. Die Maschine mahlt zwar selbst, aber du hängst den Siebträger ein, tampst und spannst ihn in die Brühgruppe. Mahlgrad, Menge und Temperatur stellst du selbst ein. Damit ist sie eine Siebträgermaschine mit Mahlwerk und kein Vollautomat.
