Sage Bambino Plus: Kompakter Siebträger mit Milchautomatik

Espresso läuft aus der Siebträgermaschine in eine weiße Tasse

Die Sage Bambino Plus (Modell SES500) ist eine kompakte Siebträgermaschine mit ThermoJet-Heizsystem, das laut Hersteller in 3 Sekunden auf Brühtemperatur ist, und einer automatischen Dampflanze, die Milch auf Knopfdruck aufschäumt. Sie passt zu dir, wenn du wenig Platz hast, morgens schnell einen Cappuccino willst und in den Siebträger-Espresso einsteigen möchtest. Wer viel an Temperatur und Druck herumprobieren will oder eine Maschine für die nächsten 15 Jahre sucht, sollte sich eher bei Einkreisern mit Messingkessel umsehen.

Hier findest du die technischen Daten, die Unterschiede zur günstigeren Bambino ohne Plus, typische Kritikpunkte aus Foren und Testberichten, die wichtigsten Alternativen und Tipps zur passenden Mühle. Einen Überblick über alle Bauarten bekommst du in der Kaufberatung Siebträgermaschine kaufen.

Sage Bambino Plus im Steckbrief

Die Angaben stammen von Sage und deutschen bzw. europäischen Händlern. Wo die Quellen voneinander abweichen, steht das dabei.

MerkmalWert
ModellbezeichnungSES500 (in Nordamerika und Australien als Breville BES500)
BauartSiebträgermaschine mit ThermoJet-Durchlauferhitzer, kein Kessel
Brühtemperaturlaut Hersteller PID-geregelt und fest eingestellt (Händler nennen rund 93 °C), nicht vom Nutzer veränderbar; Messungen zeigen deutliche Schwankungen während des Bezugs
Siebträger54 mm, Edelstahl, Dosis laut Hersteller 18 g (manche Händler nennen 19 g)
Siebeeinwandige und doppelwandige Siebe für 1 und 2 Tassen
Pumpe15-bar-Vibrationspumpe, Extraktion mit rund 9 bar
Präinfusionautomatisch, mit niedrigem Druck
Leistung1.600 Watt
Aufheizzeitlaut Hersteller 3 Sekunden
Milchaufschäumungautomatische Dampflanze (Auto MilQ) mit 3 Temperatur- und 3 Schaumstufen, auch manuell nutzbar
Wassertank1,9 Liter, abnehmbar, mit Wasserfilter
Display / Manometerkeins, Bedienung über Tasten mit LEDs
Maße (B × T × H)laut Sage 18,8 × 36,2 × 30,3 cm, Händler nennen rund 19,5 × 32 × 31 cm
Gewichtrund 5 kg (Händlerangaben schwanken zwischen 4,95 und 7,2 kg)
Lieferumfang54-mm-Tamper, Razor-Dosierwerkzeug, 480-ml-Milchkännchen aus Edelstahl, Siebe, Reinigungswerkzeug und Reinigungsscheibe
Preisspanneetwa 330–450 € (UVP 529,90 €)

Mit knapp 19 cm Breite gehört die Bambino Plus zu den schmalsten Siebträgermaschinen mit automatischer Milchfunktion. Die Bauhöhe unter dem Auslauf liegt laut Vergleichsberichten bei rund 10 cm. Für normale Cappuccino-Tassen reicht das, hohe Latte-Gläser passen nicht darunter.

So funktioniert die Bambino Plus technisch

ThermoJet statt Kessel

Statt eines Kessels, der erst minutenlang aufheizen muss, erhitzt der ThermoJet das Wasser im Durchlauf, also genau dann, wenn es gebraucht wird. Deshalb nennt Sage eine Aufheizzeit von nur 3 Sekunden. Laut Sage regelt eine PID die Brühtemperatur auf einen festen Wert, verstellen kannst du sie nicht. In der Praxis ist die Temperatur aber nicht so stabil, wie das klingt: Kaffeemacher hat im Test gemessen, dass sie zu Beginn der Extraktion auf mindestens 98 °C, teils sogar 102 °C steigt und danach unter 85 °C fällt. Für einen Thermoblock in dieser Preisklasse ist das nicht ungewöhnlich, es erklärt aber, warum die Maschine bei sehr hellen Röstungen an Grenzen kommt. Ein Nebeneffekt des Systems: Nach dem Dampfen spült die Maschine automatisch etwas Wasser durch (Auto Purge), damit der nächste Espresso nicht zu heiß wird. Du kannst also ohne lange Wartezeit von Milch zurück auf Espresso wechseln.

Präinfusion und Druck

Jeder Bezug startet mit einer kurzen Präinfusion bei niedrigem Druck, die das Kaffeemehl gleichmäßig befeuchtet. Danach extrahiert die Maschine mit rund 9 bar. Die „15 bar“ im Datenblatt beschreiben die Maximalleistung der Pumpe, nicht den Druck am Kaffee. Die Tasten für eine und zwei Tassen arbeiten volumetrisch, die Menge kannst du per Tastenkombination neu programmieren. Ein 3-Wege-Magnetventil baut nach dem Bezug den Druck über der Brühgruppe ab.

Automatische Milchaufschäumung

Das eigentliche Plus ist die Dampflanze mit Temperatursensor auf der Abtropfplatte. Du stellst das Kännchen darauf, wählst eine von drei Temperaturen und eine von drei Schaumstufen und startest. Die Maschine schäumt, stoppt bei der gewählten Temperatur und reinigt die Lanze anschließend mit einem kurzen Dampfstoß. Das ergibt neun Kombinationen, vom flachen Schaum für einen Flat White bis zum festen Schaum für einen klassischen Cappuccino. Wer selbst schäumen will, um später Latte Art zu gießen, kann die Lanze auch manuell bedienen. Wie das geht, erklärt die Anleitung zu Milchschaum und Latte Art.

Bambino oder Bambino Plus?

Sage verkauft neben der Plus die günstigere Bambino (SES450). Bei Espresso unterscheiden sich die beiden kaum: gleicher 54-mm-Siebträger, ThermoJet, PID und Präinfusion. Die Unterschiede liegen beim Milchschäumen, beim Tank und bei der Größe.

MerkmalBambino (SES450)Bambino Plus (SES500)
Milchschaumnur manuell, Dampflanze mit einem Lochautomatisch oder manuell, Dampfdüse mit mehreren Löchern
Temperatursensor fürs Kännchenneinja
Wassertankrund 1,4–1,5 l1,9 l
Breiterund 16 cmrund 19,5 cm
Heißwassereigene Funktionlaut Nutzerberichten nur per Tastenkombination
Preisspanneetwa 230–300 €etwa 330–450 €

Die Faustregel: Schäumst du gern selbst und willst Geld sparen, reicht die Bambino. Willst du Milchgetränke ohne Übung und ohne Aufpassen, ist die Plus den Aufpreis wert. Ein direktes Nachfolgemodell der Bambino Plus gibt es Stand Herbst 2026 nicht, die SES500 ist weiterhin die aktuelle Version.

Stärken und Schwächen der Sage Bambino Plus

Was dafür spricht

  • Laut Hersteller nach 3 Sekunden bereit, kein Vorheizen wie bei Kesselmaschinen
  • Automatische Milchaufschäumung mit 3 Temperaturen und 3 Schaumstufen, die auch Anfängern gleichmäßigen Schaum liefert
  • Sehr kompakt, knapp 19 cm breit
  • Automatische Präinfusion und eine laut Hersteller PID-geregelte Brühtemperatur, ohne dass du etwas einstellen musst
  • Einwandige und doppelwandige Siebe liegen bei, du kannst also mit Pulverkaffee starten und später auf frisch gemahlenen Kaffee umsteigen
  • Schneller Wechsel von Milch zu Espresso dank automatischer Spülung nach dem Dampfen
  • Stiftung Warentest bewertete die Maschine im Test 12/2021 mit „gut“ (2,3) und hob das schnelle, gefahrlose Entkalken hervor

Was du wissen solltest

  • Die Tropfschale ist klein und muss oft geleert werden, weil sie Spülwasser von Magnetventil und Dampflanze aufnimmt
  • Die Maschine ist leicht. Beim Einspannen und Lösen des Siebträgers verrutscht sie, viele halten sie dabei mit der anderen Hand fest
  • Der mitgelieferte Tamper gilt als einfach und wird in Foren häufig durch einen passenden 53,3-mm-Tamper ersetzt
  • Der Siebträger ist aus Edelstahl, aber kurz. Die Doppelausläufe verteilen den Espresso laut Nutzerkritik nicht immer gleichmäßig auf zwei Tassen
  • Brühtemperatur nicht einstellbar und laut Messungen von Kaffeemacher während des Bezugs schwankend (von über 98 °C bis unter 85 °C); kein Manometer, kein Display, kein Shot-Timer
  • Die Fallhöhe in die Tasse ist relativ groß, was Testberichte als Grund für schneller abkühlenden Espresso nennen
  • Ohne gute Mühle bleibt das Potenzial ungenutzt, die Maschine selbst hat kein Mahlwerk

Für wen eignet sich die Bambino Plus?

Gut geeignet ist sie für Einsteiger, die vor allem Cappuccino, Latte macchiato oder Flat White trinken und keine Lust haben, Milchschäumen zu üben. Auch in kleinen Küchen, Single-Haushalten oder als Zweitmaschine im Büro spielt sie ihre Stärken aus. Durch die kurze Aufheizzeit lohnt sich auch ein einzelner Kaffee zwischendurch, ohne dass die Maschine 20 Minuten vorheizen muss.

Weniger geeignet ist sie für Leute, die selbst an Temperatur und Druckprofil drehen wollen, für Haushalte, in denen morgens fünf Milchgetränke hintereinander entstehen, und für alle, die eine reparaturfreundliche Maschine mit Standardteilen suchen. Dafür sind Einkreiser mit 58-mm-Brühgruppe wie die Gaggia Classic Evo Pro oder die Profitec Go besser.

Alternativen zur Sage Bambino Plus

ModellPreisspanneBauartKernunterschied zur Bambino Plus
Sage Bambinoetwa 230–300 €ThermoJet, 54 mmgleiche Espresso-Technik, nur manuelles Schäumen, schmaler
De’Longhi Dedica EC685etwa 130–200 €Thermoblock, 51 mmdeutlich günstiger, kein PID, schwächere Dampflanze
Gaggia Classic Evo Proetwa 400–500 €Einkreiser, ca. 0,1 l, ohne PID58-mm-Gastro-Standard, robust, aber manuelles Schäumen und Temperatursurfen
Sage Barista Express Impressetwa 550–700 €Thermocoil, 54 mm, integrierte MühleMahlwerk und unterstütztes Tampen eingebaut, größer
Lelit Anna PL41TEMetwa 450–550 €Einkreiser, 0,25 l Messing, PIDeinstellbare Temperatur, Manometer, 57-mm-Siebträger

Sage Bambino

Die kleine Schwester bietet denselben Espresso für rund 100 € weniger. Die Dampflanze musst du selbst führen, dafür lernst du richtiges Schäumen. Für reine Espressotrinker ist sie die vernünftigere Wahl.

De’Longhi Dedica EC685

Die Dedica ist mit rund 15 cm noch schmaler und kostet deutlich weniger. Thermoblock ohne PID, 51-mm-Siebträger mit kleiner Zubehörauswahl und eine einfache Dampfdüse machen sie aber zur reinen Einstiegslösung. Die teurere Dedica Arte EC885 hat eine bessere Dampflanze.

Gaggia Classic Evo Pro

Der Klassiker mit 58-mm-Siebträger ist schwerer, robuster und leichter zu reparieren. Ohne PID musst du die Temperatur aber über Leerbezüge steuern, und Milch schäumst du selbst. Sie passt zu Bastlern, die eine Maschine über viele Jahre aufrüsten wollen.

Sage Barista Express Impress

Wenn du dir keine separate Mühle kaufen willst, ist die Impress die naheliegende Alternative aus demselben Haus. Mahlwerk und eine Tamp-Hilfe sind integriert, auch hier mit 54-mm-Siebträger. Sie braucht mehr Platz, und das Schäumen läuft manuell.

Lelit Anna PL41TEM

Die Anna mit PID ist ein klassischer Einkreiser mit Messingkessel und Manometer, bei dem du die Temperatur selbst einstellst. Sie heizt länger auf und schäumt nicht automatisch, bietet aber mehr Kontrolle beim Espresso. Der 57-mm-Siebträger schränkt die Zubehörwahl etwas ein.

Praxis-Tipps: Mühle, Siebe und Pflege

Die passende Mühle

Mit den doppelwandigen Sieben kannst du vorgemahlenen Kaffee verwenden, das Ergebnis bleibt aber begrenzt. Richtig gut wird die Bambino Plus erst mit frisch gemahlenen Bohnen und einer Mühle, die fein genug und in kleinen Schritten für Espresso mahlt. Für ein Einsteigerbudget kommen diese Modelle infrage:

  • Kingrinder K6 (etwa 70–100 €): Handmühle mit 48-mm-Kegelmahlwerk und feiner Verstellung, günstigster Weg zu gutem Espresso, wenn dich Kurbeln nicht stört
  • Baratza Encore ESP (etwa 150–180 €): elektrische Kegelmühle mit eigenem Espresso-Bereich, wird oft als Einstieg unter 200 € empfohlen, allerdings vergleichsweise laut
  • Eureka Mignon Specialità (etwa 330–470 €): leise Flachscheibenmühle mit stufenloser Verstellung, eine Mühle, die auch eine spätere, bessere Maschine noch mitmacht

Einwandige Siebe nutzen

Doppelwandige Siebe haben unten nur ein kleines Loch und bauen den Druck künstlich auf. Das verzeiht falschen Mahlgrad, erzeugt aber eher Schaum als echte Crema. Sobald du eine Espressomühle hast, wechselst du auf die einwandigen Siebe. Ein guter Startpunkt: 18 g Kaffeemehl im Doppelsieb, etwa 36 g Espresso in der Tasse, Durchlaufzeit rund 25 bis 30 Sekunden. Wie du von dort aus Mahlgrad und Menge feinjustierst, steht im Ratgeber Espresso einstellen. Da die Bezugstasten nach Volumen arbeiten, hilft eine Waage unter der Tasse. Mit dem Razor-Werkzeug streifst du überschüssiges Mehl ab, ein besserer Tamper mit 53,3 mm Durchmesser macht das Andrücken gleichmäßiger.

Pflege und Entkalken

Leere die Tropfschale täglich, spüle Siebträger und Siebe nach dem Gebrauch und wische die Dampflanze nach jedem Schäumen ab. Die Maschine hat ein Reinigungsprogramm, für das die mitgelieferte Reinigungsscheibe und eine Reinigungstablette genutzt werden. Wechsle den Wasserfilter regelmäßig und entkalke, wenn die Maschine es anzeigt. Laut Stiftung Warentest dauert das Entkalken bei Sage nur rund 17 Minuten.

Fazit

Die Sage Bambino Plus ist eine der bequemsten Möglichkeiten, mit Siebträger-Espresso und Milchgetränken anzufangen. Sie ist sofort bereit, braucht wenig Platz und schäumt Milch zuverlässig ohne Übung. Dafür verzichtest du auf Einstellmöglichkeiten, ein robustes Gehäuse und den 58-mm-Standard. Plane das Budget für eine ordentliche Mühle direkt mit ein, denn sie entscheidet mehr über den Espresso als die Maschine selbst.

Häufige Fragen

Lohnt sich die Sage Bambino Plus?

Ja, wenn du vor allem Milchgetränke trinkst, wenig Platz hast und Wert auf einfache Bedienung legst. Für etwa 330–450 € bekommst du schnelle Bereitschaft, Präinfusion und eine automatische Milchaufschäumung. Wer lieber selbst schäumt, spart mit der Bambino ohne Plus rund 100 €.

Was ist der Unterschied zwischen Bambino und Bambino Plus?

Beim Espresso arbeiten beide gleich. Die Plus hat zusätzlich eine automatische Milchaufschäumung mit Temperatursensor, einen größeren Wassertank mit 1,9 statt rund 1,4 Litern und ist etwa 3,5 cm breiter. Die Bambino schäumt nur manuell.

Welche Siebträgergröße hat die Bambino Plus?

Die Bambino Plus hat einen 54-mm-Siebträger wie die Barista Express und die Bambino. Passende Tamper haben meist 53,3 mm Durchmesser. Zubehör für 58-mm-Maschinen passt nicht.

Kann man die Brühtemperatur der Bambino Plus einstellen?

Nein. Sage regelt die Brühtemperatur fest, eine Einstellung für Nutzer ist nicht vorgesehen. Messungen von Kaffeemacher zeigen zudem, dass sie während des Bezugs deutlich schwankt. Einstellen kannst du die Bezugsmenge der Tasten sowie Temperatur und Schaumstufe der Milch.

Brauche ich für die Bambino Plus eine Kaffeemühle?

Nicht zwingend, mit den doppelwandigen Sieben funktioniert auch vorgemahlener Kaffee. Für richtig guten Espresso mit einwandigen Sieben brauchst du aber eine Mühle, die fein für Espresso mahlt. Eine Handmühle wie die Kingrinder K6 ist der günstigste Einstieg.

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