DF64 Gen 2: Daten, Stärken, Schwächen und Alternativen
Die DF64 ist eine elektrische Single-Dosing-Mühle aus China mit 64-mm-Flachmahlscheiben, stufenloser Mahlgradverstellung und Blasebalg. Aktuell ist die DF64 Gen 2, die in Deutschland je nach Händler und Ausstattung etwa 370 bis 450 € kostet. Sie passt zu dir, wenn du Espresso mit wechselnden Bohnen machst, jede Dosis abwiegst und viel Mahlwerk für vergleichsweise wenig Geld willst.
Weniger passend ist sie, wenn du eine leise Mühle mit Timer und großem Bohnenbehälter suchst. Hier findest du die technischen Daten, die Unterschiede zwischen den Generationen, die bekannten Schwachstellen und sinnvolle Alternativen. Einen allgemeinen Überblick über Mühlentypen gibt dir unsere Kaufberatung Espressomühle kaufen.
Steckbrief: DF64 Gen 2 im Überblick
Die Werte stammen aus Hersteller- und Händlerangaben sowie aus Messungen von Kaffeemacher. Weil die Mühle unter mehreren Markennamen verkauft wird, weichen Details wie Gewicht und Maße je nach Quelle leicht ab.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Mahlscheiben | 64-mm-Flachmahlscheiben aus Edelstahl (Serie), optional DLC-beschichtet oder mit SSP-Scheiben nachrüstbar |
| Motor | 250 W, Wechselstrommotor mit Bürsten |
| Drehzahl | fest, rund 1.400 U/min |
| Mahlleistung | laut Händlerangaben etwa 2 bis 3,5 g/s |
| Mahlgradverstellung | stufenlos über Drehring mit Metall-Skala |
| Bohnenbehälter | kleiner Single-Dose-Trichter mit Blasebalg, rund 50 g |
| Timer | keiner; Ein/Aus-Schalter, laut Turin automatische Abschaltung nach 45 Sekunden |
| Antistatik | eingebauter Plasma-Ionisator im Auswurf |
| Totraum | laut Kaffeemacher unter 0,2 g dauerhaft im Mahlwerk; mit Blasebalg nahezu vollständiger Auswurf |
| Lautstärke | gemessen rund 87 bis 89 dB (Kaffeemacher, Bluepick) |
| Zubehör | Dosierbecher aus Aluminium (58 mm) mit Gummikragen, Siebträgerhalter, Anti-Popcorn-Einsatz |
| Maße (B × T × H) | rund 13 × 22,5 × 30 cm |
| Gewicht | rund 6,8 bis 7,2 kg |
| Preisspanne | etwa 370 bis 450 € mit Serienscheiben, mit Scheiben-Upgrade deutlich mehr |
Wer steckt hinter der DF64?
Die DF64 stammt von einem Hersteller aus Ningbo in China, der heute unter dem Namen DF Grinders auftritt. Die Mühle wird in verschiedenen Regionen als White-Label-Produkt unter anderen Namen verkauft: in den USA vor allem als Turin DF64, im deutschsprachigen Raum häufig als G-Iota DF64, außerdem unter Marken wie MiiCoffee. Technisch handelt es sich jeweils um dieselbe Grundkonstruktion. Bekannt wurde die erste Version vor allem durch eine positive Besprechung von James Hoffmann, danach entwickelte sich eine große Community, die Umbauten, Ersatzteile und Scheiben-Upgrades anbietet.
Gen 1, Gen 2 und DF64V: Die Versionen
DF64 (Gen 1)
Die erste DF64 kam mit Italmill-Flachscheiben, einem Gehäuse mit Folienummantelung und einem einfachen Blasebalg. Kritisiert wurden vor allem statische Aufladung, ein Declumper, der Klumpen eher verstärkte, eine schwer ablesbare Skala aus Kunststoff und eine schwankende Ausrichtung der Mahlscheiben. Kaffeemacher hat bei der Gen 1 ohne Blasebalg rund 1,5 g Totraum gemessen, mit Blasebalg nahezu null.
DF64 Gen 2
Die seit 2023 erhältliche Gen 2 greift fast alle bekannten Kritikpunkte auf. Laut CoffeeGeek und Kaffeemacher gehören dazu:
- ein eingebauter Plasma-Ionisator gegen statische Aufladung,
- ein Anti-Popcorn-Einsatz, der verhindert, dass die letzten Bohnen auf den Scheiben herumspringen,
- eine Skala aus Aluminium und ein Verstellring aus Metall mit Wellenfeder statt Kunststoff,
- ein stabilerer Blasebalg aus Silikon, ein vereinfachter Declumper und ein Dosierbecher aus Aluminium,
- ein lackiertes Metallgehäuse und ein seitlich statt vorn angebrachter Schalter.
Turin bietet in den USA inzwischen eine überarbeitete Ausführung an, die als „Gen 2.7“ bezeichnet wird. Laut Turin wurden dabei der innere Auswurf, die Ionisator-Elektroden und der Anti-Popcorn-Einsatz angepasst. Eine eigenständige DF64 Gen 3 mit festem Motor ist bis Oktober 2026 nicht bekannt.
DF64V
Die DF64V ist ein eigenes Modell mit bürstenlosem Gleichstrommotor und einstellbarer Drehzahl, je nach Quelle von 600 oder 800 bis 1.800 U/min. Sie ist mit rund 4 kg deutlich leichter und schmaler, hat einen magnetischen Auswurf und kostet in Deutschland laut Kaffeemacher knapp 600 €. Kaffeemacher kritisiert allerdings starke statische Aufladung und einen dauerhaften Totraum von 1,6 g; ohne Wassersprühstoß sei sie kaum sinnvoll nutzbar. Britische Händler führen die aktuelle Version inzwischen als DF64V Gen 3 mit Red-Titanium-Scheiben.
So funktioniert die DF64 Gen 2
64-mm-Flachmahlwerk und Scheiben-Upgrades
Zwei flache Scheiben liegen sich gegenüber, eine davon dreht sich. Die Bohnen wandern von innen nach außen und werden immer feiner zermahlen. 64 mm ist ein Format, das auch in deutlich teureren Mühlen steckt, weshalb es viele Ersatzscheiben gibt. Welche Scheiben ab Werk verbaut sind, wird uneinheitlich angegeben: Einige Händler nennen für die Gen 2 Italmill-Scheiben, CoffeeGeek beschreibt sie als eigene Scheiben im SSP-Stil. Daneben gibt es DLC-beschichtete Varianten, die laut Herstellerangaben deutlich länger halten.
Beliebt ist das Upgrade auf Scheiben des koreanischen Herstellers SSP. Die Multipurpose-Scheiben gelten als Allrounder für Espresso und Filter, die High-Uniformity- und Lab-Sweet-Varianten sind stärker auf bestimmte Geschmacksprofile ausgelegt. Ein SSP-Satz kostet einzeln oft um die 200 € oder mehr. Weil die DF64 eine feste Drehzahl hat, lassen sich manche dieser Scheiben nicht so fein abstimmen wie in Mühlen mit Drehzahlregelung. Mit SSP-Scheiben wird die Mühle laut mehreren Berichten außerdem noch etwas lauter.
Stufenlose Verstellung
Den Mahlgrad stellst du über den großen Ring am Mahlwerk ein, ohne Raststufen. Die Skala hilft beim Wiederfinden von Einstellungen, ist aber laut Kaffeemacher nicht fein genug unterteilt: Schon eine halbe Markierung kann die Durchlaufzeit um zwei bis drei Sekunden verändern. Viele Nutzer bringen deshalb eigene Zwischenmarkierungen an. Wie du den richtigen Bereich findest, erklärt unser Beitrag Mahlgrad für Espresso.
Blasebalg, Totraum und Statik
Die DF64 ist für Single Dosing gebaut: Du wiegst die Bohnen ab, gibst sie in den kleinen Trichter, mahlst alles durch und drückst danach ein paar Mal auf den Blasebalg, um die Reste aus dem Mahlwerk zu pusten. Kaffeemacher hat bei der Gen 2 weniger als 0,2 g dauerhaften Totraum gemessen. Der Plasma-Ionisator reduziert die statische Aufladung spürbar. Wer ganz ohne Kaffeepulver auf der Arbeitsfläche arbeiten will, befeuchtet die Bohnen vor dem Mahlen trotzdem oft mit einem Sprühstoß Wasser (RDT).
Lautstärke und Tempo
Die DF64 Gen 2 ist keine leise Mühle. Kaffeemacher hat 86,8 dB gemessen, Bluepick rund 89 dB. Zum Vergleich: Die Eureka Mignon Specialità kam bei Kaffeemacher auf 78,9 dB. Das Geräusch wird eher als laut denn als schrill beschrieben, CoffeeGeek nennt unter Last allerdings einen hohen Ton. Eine Espresso-Dosis ist je nach Mahlgrad nach etwa 5 bis 10 Sekunden durch.
Stärken und Schwächen
Was dafür spricht
- Großes Mahlwerk für den Preis: 64-mm-Flachscheiben sind in dieser Preisklasse selten.
- Sehr wenig Totraum: unter 0,2 g laut Kaffeemacher, ideal für häufige Bohnenwechsel.
- Aufrüstbar: Viele 64-mm-Scheiben passen, darunter SSP, DLC und weitere Sätze.
- Deutlich verbesserte Gen 2: Ionisator, Metall-Skala und Anti-Popcorn-Einsatz beheben die größten Kritikpunkte der ersten Version.
- Große Community: Ersatzteile, Umbauten und Anleitungen sind leicht zu finden.
Was du wissen solltest
- Laut: rund 87 bis 89 dB, mit SSP-Scheiben laut Berichten noch etwas mehr.
- Kein Timer: Du wiegst jede Dosis vorher ab und brauchst dafür eine Waage.
- Grobe Skala: Feine Korrekturen erfordern Fingerspitzengefühl oder eigene Markierungen.
- Ausrichtung schwankt: Die Gen 2 kommt laut mehreren Berichten meist ordentlich ausgerichtet an, eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Manche Nutzer korrigieren die Ausrichtung per Marker-Test und Unterlegfolien.
- Details wirken günstig: Kaffeemacher nennt etwa Gummielemente, die sich bei intensiver Nutzung lösen.
- Feste Drehzahl: Wer mit der Drehzahl experimentieren will, braucht DF64V oder eine andere Mühle.
Für wen eignet sich die DF64?
Gut passt sie, wenn du vor allem Espresso trinkst, gern verschiedene Bohnen probierst und Freude am Abwiegen und Feintuning hast. Auch wer später auf bessere Scheiben aufrüsten will, findet in der DF64 eine solide Basis. Mit Serienscheiben ist sie klar auf Espresso ausgerichtet; Filterkaffee geht, wird aber oft erst mit Allround-Scheiben wie SSP Multipurpose richtig klar.
Weniger passt sie, wenn du morgens ohne Waage einfach auf einen Knopf drücken willst, in einer hellhörigen Wohnung früh mahlst oder großen Wert auf ein edles, perfekt verarbeitetes Gerät legst. Dann ist eine Timer-Mühle mit Bohnenbehälter oder eine leisere Single-Dosing-Mühle die bessere Wahl.
Alternativen zur DF64
| Modell | Preisspanne | Bauart | Kernunterschied |
|---|---|---|---|
| Eureka Mignon Specialità | etwa 330 bis 470 € | 55-mm-Flachmahlwerk, Timer, Bohnenbehälter | leiser, Touch-Timer, aber mehr Totraum und nicht für Single Dosing gebaut |
| Niche Zero | etwa 600 bis 700 € | 63-mm-Kegelmahlwerk, Single Dosing | praktisch kein Totraum, deutlich leiser, langsamer, eher rundes, körperreiches Profil |
| Timemore Sculptor 064S | etwa 650 bis 700 € | 64-mm-Flachmahlwerk, Drehzahl 800 bis 1.400 U/min | einstellbare Drehzahl, leichter und kompakter, deutlich teurer |
| Fellow Opus | etwa 180 bis 220 € | 40-mm-Kegelmahlwerk, Allrounder | günstiger Einstieg für Filter und Espresso, beim Espresso aber weniger fein einstellbar |
Eureka Mignon Specialità
Die Specialità ist die bequemere Wahl, wenn du meist bei einer Bohne bleibst. Timer, Bohnenbehälter und eine leise Arbeitsweise machen den Alltag einfacher, beim Single Dosing ist die DF64 aber klar im Vorteil.
Niche Zero
Die Niche Zero gilt als Referenz unter den Single-Dosing-Mühlen für zu Hause. Laut Hersteller arbeitet sie mit 72 dB deutlich leiser und mahlt mit rund 1 g pro Sekunde langsamer. Ihr Kegelmahlwerk liefert eher ein rundes, körperreiches Profil, während Flachscheiben wie in der DF64 als klarer gelten.
Timemore Sculptor 064S
Ebenfalls 64-mm-Flachscheiben, aber mit regelbarer Drehzahl, magnetischem Auffangbecher und rund 4 kg Gewicht. Sie spricht dich an, wenn du Espresso und Filter mischst und mit der Drehzahl experimentieren willst.
Fellow Opus
Die Opus ist deutlich günstiger und eher ein Allrounder mit Schwerpunkt Filter. Für Espresso reicht sie, die Feineinstellung ist laut Bluepick aber umständlicher. Die verwandte Fellow Ode ist eine reine Filtermühle und für Espresso keine Alternative.
Praxis-Tipps für die DF64
Passende Maschine und Zubehör
Die DF64 mahlt fein genug für jede Siebträgermaschine, vom Einstieg wie Sage Bambino Plus oder Gaggia Classic Evo Pro bis zu Zweikreisern wie der Lelit Mara X. Weil es keinen Timer gibt, ist eine Espresso-Waage praktisch Pflicht. Der mitgelieferte 58-mm-Dosierbecher passt direkt auf viele Siebträger.
Einstellen
- Nullpunkt finden: Mühle ausgeschaltet lassen und den Ring langsam feiner drehen, bis sich die Scheiben gerade berühren. Diese Stelle markieren und die Scheiben nie laufend aufeinander reiben lassen.
- Etwas gröber starten, eine abgewogene Dosis (zum Beispiel 18 g) mahlen und mit dem Blasebalg nachpusten.
- Bezug messen und den Mahlgrad in kleinen Schritten anpassen, bis Ratio und Durchlaufzeit passen.
- Gefundene Einstellung pro Bohne notieren, gern mit eigenen Zwischenmarkierungen.
Den gesamten Ablauf mit Dosis, Ratio und Zeit findest du unter Espresso einstellen.
Pflege
Pinsle den Auswurf regelmäßig aus und nutze den Blasebalg nach jeder Dosis. Für eine gründliche Reinigung lässt sich der vordere Scheibenträger abschrauben. Bei der Gen 1 gab es Berichte, dass die Kalibrierung nach dem Zerlegen schwer wiederzufinden war; markiere deshalb vor dem Öffnen deine Einstellung und prüfe danach den Nullpunkt neu.
Fazit
Die DF64 Gen 2 ist eine der preiswertesten Möglichkeiten, an ein 64-mm-Flachmahlwerk mit sehr wenig Totraum zu kommen. Die zweite Generation hat Statik, Skala und Verarbeitung spürbar verbessert, laut und etwas rau in den Details bleibt sie trotzdem. Wenn du Single Dosing magst, eine Waage nutzt und gern tüftelst, bekommst du für etwa 370 bis 450 € viel Mühle mit Upgrade-Potenzial. Suchst du Komfort und Ruhe, sind Eureka Mignon Specialità oder Niche Zero die passenderen Kandidaten.
Häufige Fragen
Lohnt sich die DF64?
Für Espresso-Fans, die oft die Bohne wechseln, ja: Großes Flachmahlwerk, sehr wenig Totraum und Aufrüstbarkeit gibt es in dieser Preisklasse selten. Wer eine leise Timer-Mühle sucht, wird mit ihr dagegen nicht glücklich.
DF64 Gen 1 oder Gen 2?
Neu solltest du zur Gen 2 greifen. Sie bringt Plasma-Ionisator, Anti-Popcorn-Einsatz, Metall-Skala und besseren Blasebalg mit. Eine gebrauchte Gen 1 lohnt sich nur, wenn sie deutlich günstiger ist und idealerweise schon nachgerüstet wurde.
Was ist der Unterschied zwischen DF64 und DF64V?
Die DF64V hat einen bürstenlosen Motor mit einstellbarer Drehzahl, ist leichter und kompakter und kostet in Deutschland rund 600 €. Kaffeemacher bemängelt bei ihr aber stärkere Statik und mehr Totraum als bei der DF64 Gen 2.
Lohnen sich SSP-Mahlscheiben für die DF64?
Das hängt davon ab, was du trinkst. SSP Multipurpose gilt als Allrounder und macht die Mühle filtertauglicher, kostet aber einzeln oft rund 200 € oder mehr. Für reinen Espresso sind die Serienscheiben ein guter Startpunkt.
Ist G-Iota DF64 dasselbe wie Turin DF64?
Im Kern ja. G-Iota und Turin sind Markennamen, unter denen die DF64 aus Ningbo in unterschiedlichen Regionen verkauft wird. Unterschiede gibt es eher bei Serienscheiben, Zubehör, Garantie und Service des jeweiligen Händlers.
